Meine Reise in das Land der Teeberge

Inspiriert von einem Artikel bei Rui Teas möchte ich euch etwas über meine erste Reise nach Yunnan, dem Land der Teeberge, berichten. Die Menschen machen China, die ein Teil der Kultur sind, aber auch die Landschaft von Yunnan das Land zum dem, was es heute ist.

Die Anreise nach Chongqing über Hamburg und Helsinki hat ca. 13 Stunden gedauert. Man kann also wieder etwas für das gute Sitzfleisch tun. Mit einem Zwangsaufenthalt von 13 weiteren Stunden (die Mutter meiner Frau hat leider einen sehr späten Anschlussflug gebucht), sind wir um 22 Uhr endlich in Kunming gelandet. Wir waren insgesamt eine Woche in Yunnan mit dem Auto unterwegs. Von Kunming ging die Fahrt nach Pu’er, weiter nach Lincang und als letzter Punkt unserer Etappe Dali. Teeberge habe ich auf dieser Reise nicht gesehen.

Stadt des ewigen Frühling

Meine Reise begann in Kunming. Die Stadt wird wegen des milden Klimas das dort herrscht, auch die „Stadt des ewigen Frühlings“ genannt.  „Frühlingshaft“ war es im Juni 2015 überhaupt nicht. Im Gegenteil! Temperaturen von bis zu über 30 °C beherrschten das Tagesgeschehen. Eigentlich sind Temperaturen von durchschnittlich ca. 25 °C in diesem Monat die Regel. Für mich ist Kunming einer der schönsten Städte Chinas. Sie ist nicht nur die Provinzhauptstadt Yunnan’s, sondern auch Tor zum südwestlichen China und zu dessen Völkern sowie Eingang zu den einzigartigen Landschaften.

Stadtzentrum von Kunming
Stadtzentrum von Kunming, Tor auf dem Jinbi Platz

 

Die Stadt bietet einen beeindruckenden Mix aus modernen Wolkenkratzern und althergebrachten chinesischen Gebäuden. Im Stadtzentrum versucht man zumindest durch eine Menge an Blumenbeete der Natur wieder ein Stück näher zu kommen. Wer etwas mehr Natur erleben möchte, dem bietet die Stadt noch andere Möglichkeiten: z.B. der direkt am Dianchi Lake gelegene Daguan Park oder das Areal der Welt-Garten-Ausstellung, die im Jahr 1999 in Kunming stattfand. Aus zeitlichen Gründen konnte ich diese beiden Sehenswürdigkeiten nicht besuchen. Dafür habe ich für den nächsten Besuch zwei Punkte auf meiner To-Do-Liste.

Stadtzentrum von Kunming
Stadtzentrum von Kunming

Pu’er

Aufgrund der Berühmtheit des Pu-Erh Tee, wurde die ehemals Simao genannte Stadt in Pu’er umbenannt. In Kunming selber ahnt man noch nichts von den Gebirgslandschaften aber je weiter wir nach Pu’er fuhren (immerhin ca. 500 km von Kunming entfernt) umso stärker prägten die Berge das Bild. Die Straßen schlingern sich durch die vielen kleinen Schluchten mit vielen Flüssen.

Pu'er, kleine Teesträucher
Pu’er, kleine Teesträucher

Nach der lange Anfahrt, mussten wir uns erst mal wieder stärken. Am Rande von Pu’er sind wir essen gegangen, was wieder typisch authentisch war und wir draußen in der Abenddämmerung genossen konnten. Das kleine Restaurant lag neben einer kleinen Teeplantage am Ximahe Reservoir. Um welchen Tee es sich hier genau handelt, kann ich leider nicht sagen. Während wir aßen, haben zwei Arbeiterinnen Teeblätter gepflückt.

Pu'er in der Dämmerung
Pu’er in der Dämmerung

Im laufe des Abends sind wir noch zu einem Wanderpfad für Touristen, der in der nähe vom Meizihu Park angelegt wurde, gefahren. Dieser führt hinauf auf einen Berg und bietet einen guten Überblick auf die gesamte Stadt. Entlang des Pfades wurden etliche Pu-Erh Teesträucher gepflanzt. Da haben wohl die Marketingexperten gute Arbeit geleistet. Man könnte meinen, es wäre ein extra angelegter „Teeberg“ nur für Touristen. Was ich bisher noch nie in dieser Form gehört habe: Zirpende Heuschrecken. Sicherlich, man kennt von zu Hause die kleinen Grashüpfer aber bisher habe ich noch nie solche lauten Heuschrecken gehört. Die geben über die gesamte Nacht hinaus einen unerträglichen Lärm ab. Nun, es hat gedauert bis ich mich an diese Geräusche gewöhnt habe, weil ich auch im ersten Moment noch nicht einordnen konnte, von welchem Insekt dieses Geräusch stammt.

Nachdem wir einige Tage in Pu’er waren, ging die Reise weiter zum nächsten Etappenziel: Lincang

Lincang

Nun, was kann man über Lincang sagen? Meiner Meinung nach unterscheid sich Lincang nicht viel anders als andere chinesische Kleinstädte. Große angelegte Hauptstraßen und Wohntürme mit gefühlten 15-25 Stockwerken prägen immer wieder das Stadtbild. Ein extra angelegter Park um einen See lädt zum verweilen ein und ist zugleich sozialer Treffpunkt der Stadt. Auf einem großen Platz, der direkt am See liegt, machen einige Chinesen Ihre abendlichen Bewegungs- und Gymnastikübungen unter laufender Musik. Überall spielten Kinder. Ein Pavillon mit einem typisch chinesischen geschmückten Wandelgang liegt am anderen Ende des See’s.

Lincang bei Nacht
Lincang bei Nacht

Am darauffolgenden Abend sind wir über einen Trampelpfad auf einen Aussichtspunkt des Xiaotuan Mountain 小团山 gelangt. Von dort hatte man einen wundervollen Überblick auf die Stadt. Ob es einer der vielen Teeberge war, vermag ich nicht zu sagen, dennoch führte der Trampelpfad über ein paar wenige kleine Teeplantagen.

Ich habe nicht nur Teebäume gesehen, sondern auch eine Menge an Tabakpflanzen, die in dieser Region angebaut werden.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Dali zum Hochplateau-See Er Hai. Auf dem Weg dort hin habe ich keine einzigen Teeberge gesehen, dafür andere interessante dinge.

Lancang River

Ahnungslos und nichts ahnend stand ich nun vor einer Brücke die über einen Fluss führt. Wieso ich so ahnungslos war? Weil ich nämlich vor dem 11. längsten Fluss der Welt stand, der einzige in Asien der immerhin durch 6 Länder fliesst, nämlich dem Lancang River oder auch bei uns als Mekong bekannt. Etwa die hälfte seiner Länge liegt auf chinesischen Staatsgebiet. Hätte ich vorher gewusst, wo vor ich stand, so wäre die Aufregung wahrscheinlich größer gewesen. Er ermöglicht nämlich den Handel auf dem Wasser in dieser Region.Mekong River

Dali

Die Stadt ist bekannt für ihre historische Altstadt und diese fungiert auch als Namensgeber des Verwaltungsgebiet, welches rund um den Höhensee Er Hai liegt. Die historische Altstadt kann man sich allerdings sparen. Alt ist da leider nichts mehr und ist nur noch ein Abfertigungsbetrieb für Touristen in dem sich Kneipen und Souvenirläden aneinander reihen. Lohnenswert ist allerdings das Westufer, welches man über einen Wanderweg erkunden kann. Die Einheimische Bevölkerung der Bai bietet auch Bootstouren auf dem See an.

Er Hai See
Er Hai See

Die Woche nähert sich langsam dem Ende, ich habe zwar keine Teeberge sehen können aber es war dennoch eine wundervolle Reise um das Land der Teeberge kennenlernen zu dürfen.

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