Windelfrei in China – jetzt auch bei uns! Wie geht das?

Als meine Schwiegermutter uns die mitgebrachte Kleidung für unseren Sprössling präsentierte war ich doch schon etwas verwundert. Alle Hosen hatten eine eingenähte Öffnung! Habt Ihr schon mal so etwas gesehen? Hierzulande nennt man das auch neumodisch „Splitpants“ (Schlitzhosen) oder auch Kaidangku-Hose. Was ich vorher nicht wusste ist, dass China schon sehr lange eine eigene Windelfrei Kultur hat. Der neueste Trend kommt also aus dem Reich der Mitte und da liegt es doch bei uns nahe, dass wir auch auf dieser Welle mit surfen.

Windelfrei in China

Ein Artikel über die Machenschaften von Windelherstellern in China geschrieben von der für den Deutschen Reporterpreis 2012 nominierten Autorin Xifan Yang.

Der erste Absatz beschreibt sehr gut, wie Windelfrei noch in China gehandhabt wird und wie die Chinesen darüber denken.

Warum Windelfrei?

Für uns Eltern scheint in erster Linie der Aspekt des Geldes ein Grund dafür zu sein komplett auf Windeln zu verzichten aber es hat aber noch andere Vorteile:

  • es ist hygienisch: Die Haut kann durch den Stuhl nicht Wund werden und es beugt gegen Infektionen vor, weil der Stuhl nicht in die Harnwege verschleppt werden kann.
  • es ist ökologisch: Jede Windel belastet unsere Umwelt und deshalb ist es folgerichtig, dass wir den Verbrauch so gering wie möglich halten.

Es hat auch psychologische Vorteile Kinder Windelfrei zu haben:

Jetzt muss ich etwas ausholen. Babys können in der Regel in den ersten drei Lebensmonaten ihre Blase kontrollieren. Danach verlernen sie langsam – aufgrund der Windel – die Fähigkeit den Schließmuskel zu kontrollieren. Das macht sich dadurch bemerkbar, dass ständig tröpfchenweise Urin aus der Harnröhre kommt. Das ganze muss im Vorschulalter wieder mühsam angelernt werden. Windelfreie Kinder haben dafür mehr Zeit und ohne Ablenkung ihre Umgebung zu erforschen.

Außerdem entwickelt man einen besseren Bezug zu dem Kind und lernt die Signale der Kinder besser kennen bzw. besser zu deuten. Die Bedürfnisse des Kindes werden von Anfang an besser wahrgenommen und werden deshalb ruhiger, weil sie sich nicht durch Weinen, Schreien oder Trotzen bemerkbar machen müssen.

Wie geht das?

Machen wir uns nichts vor. Die ersten 3 bis 4 Wochen werden sehr demotivierend für dich werden. Wurde uns zumindest gesagt. Mal sehen wie es bei uns läuft. Bei jedem quietschen oder ziepen muss man das Baby über dem Töpfchen „abhalten“ und nicht jeder versuch ist mit Erfolg gekrönt und geht schlicht daneben. Babys haben eine breite Bandbreite von Signalen die man versuchen muss zu deuten. Allerdings ist die Freude um so größer, wenn man etwas im Töpfchen auffängt. Bei Windelfrei geht es vor Allem um Kommunikation mit dem Baby.

Man beginnt damit das Baby zu Hause „unten ohne“ über dem Töpfchen abhalten zu lassen. Am besten nach dem Aufstehen, nach dem Stillen oder nach einer längeren Zeit im Tragetuch. So gewöhnt sich dein Kind schnell an die windelfreie Erziehung. Man notiert sich an einem Vor- oder Nachmittag in welchen Abständen das Baby sich entleeren muss und welche Geräusche es dabei macht. Noch ein paar von solchen Sessions und man bekommt als Eltern langsam ein Gefühl, wann sich solche Geschäfte ankündigen.

Tipp: Beim Abhalten kannst du auch durch ein Geräusch und Wort dem Baby helfen, dass jetzt sein Geschäft machen kann. Beispielsweise durch Handzeichen oder durch „sss“ oder „schschsch“ Signale.

Viel Erfolg!

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