Die Lagerung von Pu-Erh Tee

Die Lagerung von Pu-Erh Tee ist ein sehr gespaltenes und polarisierendes Thema. Dieser Artikel soll nicht als Leitfaden für die unterschiedlichen Lagermethoden dienen. Ziel soll es sein, einfach ein paar Konzepte und Methoden zu skizzieren, die komplizierte und umstrittene Frage der Pu-Erh Lagerung umgibt. Es gibt keine pauschale Antwort, wenn es um die Lagerung geht.

Hauptgründe für die Lagerung

Toki von Cha Dao beschreibt zwei Hauptgründe für die korrekte Lagerung von Pu-Erh Tee:

A. Die Lagerung um den Tee vor schädlichen Veränderungen zu schützen.

B. Den Geschmack zu verfeinern und den Charakter des Tees zu entwickeln.

Diejenige, die einen Pu-Erh Tee kaufen und möchten das er auch noch in ein paar Jahren genauso gut schmeckt wie beim Kauf, werden als Motivation für die Lagerung sich mit dem Grund (A) beschäftigen.

Die Kontroverse kommt erst beim Grund (B). Hier gibt es unterschiedliche Variablen wie zum Beispiel, wie lange der Tee Trinker warten möchte, welchen Geschmack der Tee haben soll usw.

In diesem Artikel fixieren wir uns auf den Hauptgrund (A), den Pu-Erh Tee vor negativen Einflüssen zu schützen. Denn je weiter man sich mit dem Thema beschäftigt um so mehr Fragen ergeben sich, wenn man noch den Grund (B) beachtet.

Kompression und Alterung

Die Kompression des Pu-Erh ist ein wichtiger Aspekt, der wesentliche Auswirkungen auf die Alterungsaussichten auf den Tee hat. Hoch komprimierte Pu-Erh (oder auch Eisen Kuchen/Fladen genannt) weisen innen weniger Sauerstoff auf und lose komprimierte Pu-Erh altern – gleiche Bedingungen vorausgesetzt – im Vergleich langsamer. Ein primäres Ziel ist es durch die Kompression den Fermentationsprozess zu verlangsamen.

Eine Möglichkeit, schnell und ohne Aufbewahrung das Alter zu ändern, ist es den Fladen oder das Nest (Tuo) wieder in eine Mao Cha 毛茶 Form aufzubrechen. Die losen Blätter altern viel schneller als komprimierter Pu-Erh Tee.

Traditionelle Aufbewahrung (Nasslagern)

Dieses Verfahren wird in der Regel mit Hong Kong verbunden, weil sie in erster Linie in Hong Kong praktiziert wird. Bei dieser Aufbewahrung werden 42 Kuchen/Fladen in einem Lagerhaus gelagert. Der Tee wird zunächst in ein Erdspeicher 地倉 – ähnlich wie ein Keller – gesetzt. Diese Lagerorte sind absichtlich auf einem Hügel, so dass es ziemlich feucht und dunkel ist. In dieser natürlichen Umgebung wird es auch sehr heiß (in Hong Kong kann es bis zu 30 °C + im Sommer werden). Diese Bedingungen führen zu einer schnellen Alterung des Tees. Nachdem einige Zeit vergangen ist, wird der Tee zu einem trockenen Lagerort transportiert. Das gibt dem Tee eine Chance, aus dem intensiven Erdspeicher zur Ruhe zu kommen und ihn ordentlich zu lüften.

Die enorme Menge an Tee die für traditionelle Lagerung erforderlich ist, macht es im Grunde unmöglich die Methode nachzubilden. Das Risiko von Schimmel ist ebenfalls hoch und das genaue Timing und Lagerungsmethode ist ein hoch qualifizierter Prozess, der von erfahrenen Hong Kong / Südostasien-Anbietern praktiziert wird.

Trocken lagern

Der Unterschied besteht darin, dass die Kuchen möglichst in einer ansonsten feuchten Umgebung in trockenen und gut gelüfteten Innenräumen gelagert werden. Trockene Lagerung selbst ist ein vager Begriff und wird in der Regel mit einem Standort gepaart, dessen Lagerbedingungen eng mit dem natürlichen Klima der Region ausgerichtet sind. (ähnlich wie in Kunming oder Peking) Die richtigen Bedingungen von Feuchtigkeit und Temperatur für die trockene Lagerung variieren, in der Regel irgendwo zwischen 60-70 relativer Luftfeuchtigkeit und 15-21 °C. Trocken gelagerte Pu-Erh Tee’s altern langsamer. Aufgrund der hohen Erhebung und geringe Breite, unterliegt das Klima in Yunnan intensiven Sonnenschein und kühlen Temperaturen, mit großen täglichen Schwankungen und geringe jährliche Veränderungen.

Heimische Lagerung

Für heimische Lagerung im Wohnzimmer gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für den Hauptgrund (A). Es bieten sich unteranderem folgende Methoden an:

  1. Den Kuchen/Fladen an einem sauberen Ort aufbewahren, der sie vor intensiven Gerüchen, Wasserdampf, extreme Hitze oder Kälte und Sonneneinstrahlung schützt.
    • Für diejenigen, die sich wenig Sorgen machen: Versiegeln Sie den Tee einfach in einem Plastik-Beutel.
  2. Die Lagerung im Pumidor um das austrocknen oder sauer werden des Tee’s zu verhindern.
    • Hierzu stellt man am besten eine Schale destilliertes Wasser in eine PE-Kiste. Zu beachten wäre, dass man immer selber für frische Luft sorgen muss. Ein weitere Nachteil: Es bildet sich immer Staunässe.
  3. Die Kuchen/Fladen versiegeln.
    • Im Druckverschlussbeutel, Vakuum Aufbewahrungsbeutel oder mit einem Vakuumirrer & Folienschweißgerät. Dadurch wird jedoch eine weitere Fermentierung verhindert.
  4. Aufbewahrung in einem unglasierten Gefäß und mit einem Baumwolltuch abgedeckt.
    • Wer wenig aufwand betreiben und Punkt 1 mit einschließen möchte, dem reicht auch ein Gefäß aus Keramik oder Ton. Damit genügend frische Luft im inneren zirkulieren kann, muss das Gefäß unglasiert sein.

Informationen gefunden: TeaDBTwo Dog Tea BlogCha DaoTeaTalk

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